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Schuljahr 2007/08

 

Tierversuche & Tierschutz

Schuljahr 2007/08

Am 22.01.2008 besuchten wir - die BU-Wahlpflichtgruppe von Frau Prof. Lamm - das Institut für Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche in der Scharitzerstraße.
Das in dieser Art größte Forschungszentrum Österreichs arbeitet seit dem Jahr 2007 mit dem Ziel, Alternativen für Tierversuche zu finden.

Zwei Forscher erklärten sich bereit, uns die unterschiedlichen Arbeits- und Messverfahren in einem Tierversuchslabor vorzustellen.
Wir bekamen die Zellkulturstation zu sehen. Hier wurden die Zellen durch einen roten Indikator angefärbt.

   

MTT-Test

Anschließend erklärten uns die Forscher das Verfahren des MTT- TESTs .
Die MTT- Messung dient dazu, herauszufinden, ob eine Zelle tot oder lebendig ist.
Epidermiszellen werden inkubiert. Mitochondrien wandeln gelben Farbstoff in blauen um. Zellen die farblos werden, sind tot. Die partielle Reduktion von MTT durch Succinat in den Mitochondrien ist abhängig von dem Enzym Succinat-Dehydrogenase (mitochondrialer Komplex II). Zur Messung werden die Zellen in einen Fotomarker, der mit einem Notebook verbunden ist, gegeben. Am Bildschirm des Notebooks wird nun der Zustand der Zelle in einer Exceltabelle angezeigt.


Verwendung: Zur Testung einer giftigen Substanz.

 

Amplituden- Messverfahren:

Die Messung erfolgt, um zu erfahren, ob eine Zelle inaktiviert, d.h. tot oder lebendig ist. Damit dieses Messverfahren durchgeführt werden kann, muss die Zelle mit einer isotonen Lösung gemischt werden.
Nachdem die Zelle mit der isotonen Lösung gemischt ist, werden am Bildschirm Amplituden angezeigt, die angeben, ob eine Zelle inaktiviert ist.

Alle Tierversuche sind vom nationalen Tierschutzgesetz gesetzlich geregelt .


Wozu Tiere gebraucht werden(laut Tierschutzgesetz zulässig):

  • Forschung & Entwicklung
  • Berufliche Ausbildung (Medizin)
  • Gewinnung von Stoffen
  • Überprüfung von Arzneien und Chemikalien (Toxikologie)
  • Erkennung von Umweltgefährdungen (Ökotoxikologie)

Wozu werden Tiere noch verwendet?

Es werden pro Jahr ca. 10.000.000 Tiere für Tierversuche verwendet.

  • Landwirtschaft
  • Kosmetik
  • Medizin

Die "3-R-Regel"

wurde 1959 von den britischen Wissenschaftlern W. M. Russel und R. L. Burch in ihrem Buch "The Principles of Humane Experimental Techniques" erstmals formuliert.
Die drei R stehen für "Reduce", "Refine" und "Replace".

  • "Reduce" bedeutet die Verminderung der Zahl benötigter Tiere,
  • "Refine" die Optimierung der angewandten Methoden, damit sie weniger belastend durchgeführt werden können, und
  • "Replace" den Ersatz von Tierversuchen durch alternative Methoden.

Umsetzung von R E D U C E

  • Ökologie (LD50 – Test)
  • akute orale Toxizität (beim Verschlucken von Giften)

Durch Veränderung des Versuchsdesigns konnte man die Tieranzahl verringern!

Umsetzung von R E F I N E

beinhaltet Maßnahmen,welche das Wohlbefinden der Tiere VOR, WÄHREND und NACH dem Versuch verbessern:

  • Aufzucht der Tiere
  • Tierhaltung
  • handling
  • Vermeidung von Stress und Schmerz
  • Arbeitstechniken
  • Methoden


Umsetzung von R E P L A C E

Draize-Test und HET-CAM-Test
Der Draize-Augenreizungstest ist ein seit 1944 angewandter Tierversuch in der Toxizitätsbestimmung, bei dem die Augen von Kaninchen verätzt werden. Er dient der Prüfung einer möglichen reizenden Wirkung von Chemikalien auf das Auge.
  • Aufplatzen + Blutung der Gefäße
  • Lyse der Gefäße
  • Verstopfung der Gefäße
Der Draize-Test ist – nicht nur bei Tierversuchs- gegnern – äußerst umstritten.
Er konnte weitgehend durch den im Jahr 1990 validierten Hühnerei-Test ersetzt werden. Hier wird an der schmerzunempfindlichen Chorion-Allantois-Membran (HET-CAM) eines bebrüteten Hühnereis getestet. Das ist die direkt unter der Schale liegende Haut, welche Venen und Arterien, aber keine Nerven enthält. Die zu testende Substanz wird auf die Haut geträufelt und die Reaktion beobachtet.

Astites-Maus und TECHNOMAUS

FRÜHER (70er, 80er Jahre)
Astites Maus

  • Antikörperproduktion
  • Entzündung
  • Wasserbauch

HEUTE
Technomaus

Vor dem Ersatz eines Tierversuchs muss ein mehrstufiger Prozess mit vielen Tests durchlaufen werden...